Leser-Zufälle

Schwäbisches und Skurriles in den USA

Mit Anfang 20, also vor zwanzig Jahren, entdeckten mein damaliger Freund und ich die USA per Greyhound-Bus. Das berühmte One-Way-Ticket ermöglichte uns einen günstigen Transport von Osten nach Westen der USA in den zwar immer in total unterkühlten und nach Desinfektionsmitteln stinkenden Bussen, aber dafür kostete es nur schlappe 250 Euro. Schon der Flug von Stuttgart nach Amsterdam (von wo aus es in die USA ging), war nachhaltig. Mein Sitznachbar war von unangenehmer Natur bzw. von ausgeprägter Unruhe. Da ich selbst unter Flugangst leide war das die perfekte Kombination. Schließlich machte der junge Mann im Transferbereich in Amsterdam durch wildes Fotografieren und sein kindliches Auftreten noch auf sich aufmerksam. In NY glücklich gelandet waren diese Vorfälle allerdings schnell vergessen und die Freude darüber, meinen Liebsten wieder zu sehen und mit ihm zusammen die Staaten zu entdecken, riesig. Als wir im Bus von Flagstaff nach Grand Canyon unterwegs waren, saß hinter uns ein Pärchen, das sich auf Deutsch unterhielt, genauer gesagt auf schwäbisch. Und schwäbisch ist nicht gleich schwäbisch! Es gibt auch durchaus regionale Unterschiede! Jedenfalls fragte ich die hinter mir sitzende junge Frau woher sie denn komme. Sie meinte aus dem Großraum Stuttgart. Wir nickten zustimmend, online casino wollten mehr Details. Schließlich stellte sich heraus, dass sie aus der gleichen Kleinstadt wie wir stammten, bei meinem Freund buchstäblich um die Ecke wohnten und es auch in der Schule unbewusste Berührungspunkte gegeben haben muss. Nach diesem netten Zufall dachten wir: „Die Welt ist doch klein!“ Doch kaum hatten wir unser Zelt am GC aufgestellt und die Tour zum Colorado River hinter uns gebracht lief uns jener verhaltensauffällige junge Mann vom Flughafen Amsterdam über den Weg. Ich gab mich aus nicht zu erkennen. Ich erklärte meinem Partner diesen Riesenzufall, er meinte: „Ist ja klar, der ist auch Tourist, der guckt sich die gleichen Highlights an wie wir.“ So groß ist der Zufall nicht? Ok, akzeptiert. Die Rückreise führte uns über Albuquerque, wo wir ihn im Zoo nochmals sahen und schließlich zurück nach NY. Bei jedem Bus-Stopp wurde der skurrile Unbekannte zum Running Gag jeder behauptete mal, er habe ihn wieder gesehen. Was natürlich nicht stimmte, ha, ha, ha. In einem der hunderten von Backpacker-Absteigen in NY, wo es große Schlafsäle und billige Preise gibt hatten wir diesen unangenehmen Zeitgenossen schließlich im Zimmer. Dann war mein Partner auch davon überzeugt, dass das kein Zufall mehr sein konnte und Mr. Zufällig uns irgendwie auf die Schliche gekommen sein muss. Was wir damals als witzig und Mordszufall empfanden, beeindruckt mich heute durch seine Nachhaltigkeit.

Andrea Demuth

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