In Humanglobaler Zufall Volume 4, das am 1. Dezember erscheint, geht es um das Ruanda danach. Ruanda 14 Jahre nache dem Genozid. Das Land hat sich gut erholt und der erste Eindruck ist immer die Grenze. Deutsche sind in Ruanda herzlich willkommen. Der Visum-Stempel an der Grenze ist umsonst und schon ist man drin. An der Grenze zum Kongo ist es dagegen etwas unheimlicher. Die Soldaten mit ihren Kalaschnikows sehen düster aus, winken uns zum Schalter, wo die Pässe abzugeben sind. Ein Konvoi mit UN-Soldaten aus Uruguay hat kaum Probleme und darf nach einer halben Stunde weiter. ![]()
Dann sind wir dran. Hinein in die gute Stube, was wollen denn zwei Deutsche im kaputten Kongo? Die Beamten verziehen keine Miene und bitten uns noch eine Tür weiter zu gehen. Dahinter, in einem etwa vier Quadratmeter großen Raum, sitzt ein dicker kleiner Mann und spielt mit der Lautstärke seiner Reggae-Lieder auf seinem Laptop. Er würdigt uns keines Blickes, sagt nur etwas uns unverständliches auf Französisch. „Sorry, we don’t speak french“, antworten wir. Und da guckt er uns in die Augen und sagt mit ernster Miene: „In my country, in Congo, we speak french.“
„We know and we are sorry again…“
Was wir denn in Goma wollen? Wir sind Touristen. Ach, Touristen? Ja, Touristen. Soso, und von Beruf?
Armin Smailovic, dicke Kamera um den Hals: Ich bin Fotograf, Gorilla-Fotograf. Und Vulkan-Fotograf.
Dennis Buchmann: Und ich bin Editor, ich schreibe Bücher, besser gesagt, ich korrigiere Bücher, die andere geschrieben haben.
Der Geheimdienstler: Kameras sind nicht gerne gesehen bei uns. Sorry.
Doch dann zeigte Smailovic in seinem Pass den Schlüssel zum Visum. Er war vor vier Jahren schon einmal im Kongo, hier ist der Stempel! Da kann er ein so schlechter Kerl ja nicht sein. Und der Geheimdienstler ließ uns ziehen….

