Ich kannte Peter eigentlich nicht persönlich, sondern nur von meinem Costa-Rica.eu Portal. Er schrieb mir irgendwann mal eine E-Mail mit Anmerkungen zu einzelnen Artikeln auf meiner Costa Rica Seite. Wir schrieben ein paar mal hin und her, standen in unregelmäßigem Kontakt, bekamen es aber nie hin, uns auch mal zu treffen, obwohl ich öfter in Costa Rica Urlaub mache. Auch wussten wir nicht wie wir beide aussahen. Das lag daran, dass Peter seit mehr als 13 Jahren in Costa Rica lebt und ich in Deutschland. Als wieder einmal eine meiner Reisen nach Costa Rica bevorstand bemerkten wir beide sehr schnell, dass sich seine und meine Wege wohl nicht kreuzen würden. Er arbeitet nebenher als Reiseleiter für verschiedene Reiseanbieter. Weder sollte es zu Beginn meiner Reise klappen, ihn zu treffen noch am Ende oder gar mittendrin. Er war einfach viel zu beschäftigt mit seinen Reisegruppen und ich war ja irgendwo im ganzen Land unterwegs…
Ich tingelte also durch das Land. Ohne festen Plan, wie ich das immer tue, wenn ich wieder in Costa Rica unterwegs bin. Auf der Busfahrt von Paquera nach Montezuma traf ich zwei junge Amerikanerinnen, die ihren Urlaub in Costa Rica verbrachten, bevor sie ein Spanisch-Semester an einer Universität in San Ramon absolvieren wollten. Die Tage in Montezuma vergingen viel zu schnell, die beiden mussten abreisen, denn am nächsten Tag fand eine erste Veranstaltung der Uni in San Ramon statt. Wir verabredeten uns aber in ein paar Tagen San Ramon. Da sie noch keine Anschrift ihrer Gasteltern hatten, gab sie mir eine Telefonnummer des Hauses, in denen die beiden die nächsten 6 Monate leben sollten. Nach ein paar Tagen fuhr ich mit dem Taxi nach San Ramon. Nach knapp 2 Stunden waren wir dann auch in San Ramon angekommen und ich rief bei besagter Telefonnummer an. Dort meldete sich zunächst niemand, dann eine männliche Stimme, die mir zu verstehen gab, dass es eine Kristin nicht gäbe. Was sollte ich tun, ich saß in einem Taxi kurz vor San Ramon, wollte die zwei Mädels treffen, hatte eine Telefonnummer die offenbar falsch war und keine Anschrift. Das Taxi befand sich mittlerweile im Zentrum San Ramons, als ich auf einer Straßenseite auf dem Fußweg auf einmal zwei Mädels von hinten beim Shoppen sah. Ich ließ den Fahrer kurz halten, gab ihm zu verstehen, dass ich gleich wiederkommen würde und rannte zu den Mädels. Und was soll ich sagen: Mitten in der Stadt, nach ziel- und planloser Fahrt durch das Zentrum traf ich die beiden Mädels wieder. Es hatte sich herausgestellt, dass sie sich bei der Telefonnummer um eine Ziffer verschrieben hatte.
Nach ein paar Tagen in San Ramon reiste ich wieder ab, diesmal nach La Fortuna am Vulkan Arenal und erlebte dort drei sehr schöne Tage. Der Abend des letzten Tages hielt dann noch eine ganz besondere Überraschung für mich bereit. Wie immer wollte ich abends irgendwo was essen gehen und konnte mich wegen der Vielzahl der guten Restaurants nicht so recht entscheiden. Ursprünglich wollte ich ins Rancho el Laurel gehen, hatte mich dann aber kurzfristig für das Lava Rock Cafe in der Nähe der Kirche und des Parkes entschlossen.
Eine deutsche Reisegruppe machte kurz darauf ebenfalls Halt. Mir fiel sogleich der Reiseleiter auf, der seine Gruppe ganz souverän durch die Vielfalt der costaricanischen Küche führte und jedem einzelnen Hilfe gab bei der Auswahl und Bestellung der Speisen. Ich sprach ihn an, weil mir seine Art sehr gut gefiel und er ein absolut sympathisches Auftreten hatte.
Er setzte sich zu mir und wir kamen ein wenig ins Gespräch. Er lebt seit 13 Jahren in Costa Rica, lebt hier mit einer Indigena zusammen und macht nebenbei noch ganz spezielle Touren zu den Indios, den Ureinwohnern Costa Ricas. Nun musste ich ihn aber fragen, wie er heißt, denn das alles kam mir doch sehr bekannt vor. Er stellte sich als Herr F. vor und nun musste ich lächeln und nannte ihm meinen Namen. Im ersten Moment schien er nicht zu verstehen, aber schon bald merkten wir beide, dass das ein riesengroßer Zufall und Überraschung zugleich ist.
Peter F. hat mir nämlich für meine Website so manchen Tipp gegeben und wird auch noch das ein oder andere beisteuern. Und nun treffen wir uns vollkommen unvermittelt und überraschend für beide an einem Ort, den beide eigentlich gar nicht aufsuchen wollten.
Nico Marunde


–> greetings
http://www.watchberlin.de/watchberlin/#watchberlin-content-10351-1-V