Ein Zuckerrohrschlecken - Alejandro Ponciano

Die armen Soldaten vom Flughafen in Atlanta

costarica-0101.jpgElf Stunden Flug von München nach Atlanta und jetzt drei Stunden Aufenthalt in der Klimaanlagenluft im Flughafen, bis es nach San José weitergeht. Wir sind überanstrengt, fast verzweifelt, lassen uns zu einem Kaffee bei Starbucks hinreißen und setzen uns auf die Bänke. Zwischen zahlreichen US-Soldaten, die wir nach ein paar Schluck Kaffee realisieren. Glasig schauen einige ins Leere, manche spielen mit starrem Blick am Computer, einer liest ein Pornoheft, ein junger Schwarzer ist mit seinen zwei Kindern und seiner Frau da, die je näher die Verabschiedung naht, immer häufiger in Tränen ausbricht. Ich habe Mitleid. Mit Soldaten. Und irgendwie fühle ich mich jetzt nicht mehr so fertig, es hätte einen schließlich auch weit schlimmer treffen können. Nach zwei Stunden stellen sich die Soldaten zum Check-in an. Es geht nach Leipzig, wohin sie danach müssen, will ich lieber gar nicht wissen.

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