Blogeinträge
Akemi Doto, japanische Leihbadekappen und Spuren nach Detmold
Wir haben sie endlich getroffen: Akemi Doto, die Hauptdarstellerin der ersten Reportage der nächsten Ausgabe von Humanglobaler Zufall. Akemi hat uns in einem kleinen, niedlichen Café empfangen. Sie ist 39 Jahre alt, global unterwegs, lustig, verliebt, hübsch, freundlich und eine Kennerin der Kunstszene Sapporos. Sie führt uns durch die Stadt, auch wenn es zwischendurch immer wieder mal regnet, obwohl es hier jetzt eigentlich gar nicht regnen soll.
Fernab der Recherche passieren erstaunliche Dinge: Unser Hotel lädt zu einem kostenlosen Sauna- und Schwimmbadbesuch ein, schreibt aber das Tragen von kuschelweichen Einheitsbademänteln (geschätzte Größe S) und Einheitsbadelatschen (gefühlte Schuhgröße 36) vor. Hoch gewachsene Kontinentaleuropäer geben in diesem Outfit eine eher komische Figur ab. Davon konnte ich mich im Spiegel überzeugen. Die Krönung sollte allerdings im Schwimmbad folgen: Badekappenpflicht. Kennen Sie das Erlebnis? – Sie steigen beim Bowling in ihre Leihschuhe und merken, dass diese noch feuchtwarm vom Vorgänger sind. Ähnliches kann einem mit Badekappen auch passieren. Zumindest in Sapporo.
Volume 2: Big in Japan
I am big in Japan unterwegs für Volume 2 von Humanglobaler Zufall. Meine Japan erprobte Tante hatte schon prophezeit, dass ich mit meiner Körpergröße von 191 Zentimeter jeden und alles hier überragen werde. Seit acht Stunden bin ich nun im Lande, bisher musste ich mich tatsächlich bei jedem Gespräch bücken, kleine Kinder sind mir schon ans Bein gesprungen, freuen sich über den blonden Großen aus Deutschland.
Ich bücke mich also im Sinne der Völkerverständigung fleißig weiter und freue mich über die grandiose Gastfreundschaft, die sich bereits in ersten Geschenken niederschlägt: Ein freundlicher älterer Herr mit einem karierten Hut, den durchaus auch ältere Menschen in Deutschland zu tragen pflegen, schenkt mit während einer Bahnfahrt in die Innenstadt von Sapporo beängstigend weiche Bananenbiskuits aus Tokyo. Nicht lecker, aber rührend. Schlucken, lachen, bedanken - so macht man das.
Hier schnell noch ein paar Zeilen zur Anreise … weiterlesen
Lukas: Von Tschechien und Libyen zu Herrn Bächle nach Baden-Baden
Neulich erhielt ich folgende Mail von Lukas Adda über seinen humanglobalen Zufall mit Herrn Bächle, dem Mann aus der sechsten Geschichte von Humanglobaler Zufall Vol. 1:
Ich heiße Lukas und bin gerade von meinem dreiwöchigem Trip aus Argentinien zurück gekommen. Ich hatte vor eineigen Monaten schon von der Idee des Humanglobalen Zufalls gehört, doch siehe da: Mittlerweile hat Humanglobaler Zufall hat das Licht der Welt erblickt. Und wie der Zufall nun mal auch so will hat mich neben den spannenden, unterschiedlichen Geschichten aus den unterschiedlichen Ländern, die Story über Herrn Bächle besonders überrascht. Nach dem ich meine ersten Lebensjahre in Tschechien und Libyen verbracht habe, bin ich lange Zeit in Baden-Baden aufgewachsen (das mit dem Kartons ist mir auch ein Rätsel, genauso auch das Gericht “Silz” ;)). Aber nicht nur das … ich habe, in dem von dir erwähnten Brenner’s Park-Hotel & Spa eine dreijährige Ausbildung zum
Hotelfachmann genossen. Während dieser Zeit habe ich natürlich auch Herrn Bächle kennen gelernt. Er war ein zurückhaltender, jedoch immer sehr netter Kollege. Mein Hotel-und Baden-Badenzeit ist jedoch schon sehr lange her und deshalb mich der Artikel besonders gefreut.
Um endlich zum Schluss zu kommen ;). Ein großes Lob auf die erste Ausgabe eines wirklich ausgefallenen Magazins. Der Mix aus fremden Ländern, Kulturen, Menschen und verbunden mit dem roten Faden des Zufalls ist ein sehr spannendes Konzept!!
Doppelter Humanglobaler Zufall in Costa Rica
Ich kannte Peter eigentlich nicht persönlich, sondern nur von meinem Costa-Rica.eu Portal. Er schrieb mir irgendwann mal eine E-Mail mit Anmerkungen zu einzelnen Artikeln auf meiner Costa Rica Seite. Wir schrieben ein paar mal hin und her, standen in unregelmäßigem Kontakt, bekamen es aber nie hin, uns auch mal zu treffen, obwohl ich öfter in Costa Rica Urlaub mache. Auch wussten wir nicht wie wir beide aussahen. Das lag daran, dass Peter seit mehr als 13 Jahren in Costa Rica lebt und ich in Deutschland. Als wieder einmal eine meiner Reisen nach Costa Rica bevorstand bemerkten wir beide sehr schnell, dass sich seine und meine Wege wohl nicht kreuzen würden. Er arbeitet nebenher als Reiseleiter für verschiedene Reiseanbieter. Weder sollte es zu Beginn meiner Reise klappen, ihn zu treffen noch am Ende oder gar mittendrin. Er war einfach viel zu beschäftigt mit seinen Reisegruppen und ich war ja irgendwo im ganzen Land unterwegs… … weiterlesen
Geburtstags-Party
Am Dienstag hat das Team von Humanglobaler Zufall sein Baby gefeiert. Warum der Blog dazu erst heute, zwei Tage später, online ist? Weil die Party so gut war, siehe Fotos im Making Of Album…
Schwäbisches und Skurriles in den USA
Mit Anfang 20, also vor zwanzig Jahren, entdeckten mein damaliger Freund und ich die USA per Greyhound-Bus. Das berühmte One-Way-Ticket ermöglichte uns einen günstigen Transport von Osten nach Westen der USA in den zwar immer in total unterkühlten und nach Desinfektionsmitteln stinkenden Bussen, aber dafür kostete es nur schlappe 250 Euro. Schon der Flug von Stuttgart nach Amsterdam (von wo aus es in die USA ging), war nachhaltig. Mein Sitznachbar war von unangenehmer Natur bzw. von ausgeprägter Unruhe. Da ich selbst unter Flugangst leide war das die perfekte Kombination. Schließlich machte der junge Mann im Transferbereich in Amsterdam durch wildes Fotografieren und sein kindliches Auftreten noch auf sich aufmerksam. In NY glücklich gelandet waren diese Vorfälle allerdings schnell vergessen und die Freude darüber, meinen Liebsten wieder zu sehen und mit ihm zusammen die Staaten zu entdecken, riesig. Als wir im Bus von Flagstaff nach Grand Canyon unterwegs waren, saß hinter uns ein Pärchen, das sich auf Deutsch unterhielt, genauer gesagt auf schwäbisch. … weiterlesen
Patzer
Testleser haben ihn entdeckt: Den Fehler im ersten Heft. Eigentlich ist es mehr eine Unterschlagung denn ein Fehler. Denn wir haben vergessen, die Verbindung von der fünften zur sechsten Geschichte, von Kanada nach Baden-Baden, von Victor Salguero zu Julie Bächle-Picard zu verdeutlichen. Entschuldigung! und hier die Auflösung: Victor schrieb sich nach jahrelangem “soul-searching”, der Suche nach Fragen wie “Was bin ich?” und “Wo will ich hin?”, mit Anfang Dreißig an der McGill Universität in Montréal zu einem zweiten Studium ein, im Fach Lebensmitteltechnik. Dort wollte er auch seine kuturellen Wurzeln pflegen und engagierte sich im SALSA-Club der Uni. Und da traf er Julie Bächle-Picard, nicht zu verwechseln mit seiner heutigen Freundin, die auch Julie heißt. Mit Julie Bächle-Picard war Victor damals richtig dicke und ist es heute noch. Auf den Partys gab es damals eine feste Rollenverteilung: Victor trank Schnäpschen und Julie fuhr den Wagen. Wobei Victor Julie so gut bei Laune hielt, dass sie nicht in Gefahr geriet, einzuschlafen.
Finaler Stress
Puh!, in München ging es in der letzten Phase zur Produktion des ersten Heftes von Humanglobaler Zufall heiß her. Im Locht (Loch im Loft) von Mirko Borsche saßen wir zwei Wochen immer bis spät in die Nacht an den Seiten und schoben und korrigierten und schoben und korrigierten und warfen um und machten rückgängig. Jan-Eric Peters und Marc Thomas Spahl von der Axel-Springer-Akademie waren zusammen mit Verlagsleiter Oliver Graf nach München gekommen um dem Baby auf die Welt zu helfen. Schwere Geburt, aber das ist ja beim ersten Mal meistens so. Mit Mirko und seinen Jungs David, Johannes und Paul ließ sich der Streß gut in Form von gagaeskem Humor kanalisieren. Fußball war auch immer ganz gut, ob im Loft und in echt, oder im Stadion und im Fernsehen. Bei Deutschland-Schweiz hatte ich 3:0 getippt und bis zur 89. Minute war ich ein reicher Mann, wir hatten alle 5 Euro in den Topf geworfen. Und dann noch dieses elendige 4. Tor. Naja, jedenfalls haben wir alle ordentlich geschwitzt, nicht nur beim Fußball und eins ist klar: Der Teufel steckt sowas von im Detail, das ist unglaublich…. Aber jetzt ist es geschafft und die zweite Geburt ist dann hoffentlich nicht mehr ganz so kompliziert…
Baden-Baden
Baden-Baden ist wie eine Ameise. Zum Beispiel die rote Waldameise: Gerne schultert sie andere Insekten mit einem Gewicht von 100 Milligramm - obwohl sie selbst nur zehn Milligramm wiegt. Baden-Baden schultert 800.000 Besucher jährlich, obgleich die Stadt selbst nur 55.000 Einwohner hat. Diese Besucher kommen nach Baden-Baden, um Galopprennen zu besuchen, oder Oldtimer-Meetings, um ihr Geld im Casino zu vermehren oder um, ja!, zu baden eben. Uns fehlte fürs Casino der Schlips, fürs Bad die Badehose und für beides die Zeit. Dennoch, für diese Eindrücke hat es gereicht: Skateboardfahren ist in der ganzen Innenstadt verboten, dafür gibt es in den Restaurants Seniorenteller; und als Reporter sollte man in Baden-Baden vorsichtig sein. Denn wer Stift, Block und dazu eine blaue Jacke trägt, wird in Baden-Baden schnell für etwas ganz Bedrohliches gehalten: eine (männliche) Politesse.
Erinnert sich jemand an “Die Daltons im Blizzard”?
So in etwa fühlt sich nämlich der März in Montréal an. Da hat’s gewaltig Schnee - und: Alle reden drüber! Egal, ob im Hotelaufzug, im Deli oder im Taxi: Der Schneesturm ist das Thema der Stunde. Alle Fernsehsender schicken die Ü-Wagen raus und Moderatorinnen im neuesten Winteranorak, die an den Straßenecken aus dem Schnee berichten, knietief drin, mittendrin. Die Teenager auf der Straße tragen trotzdem keine Winterjacken überm Hip-Hop-Outfit. Und in den Schaufenstern hängen die Bikinis.
