Blogeinträge

Tolle Fotos!

Fotograf Esad Cicic, der in Humanglobaler Zufall Volume 3 die dritte Geschichte über die Boxschule in London fotografiert hat, lässt eine Austellung in München empfehlen. Hier paar Infos und Kostproben:

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Markus Pritzi, Photographien

Die Galerie Stefan Vogdt zeigt vom 10. bis 20. Oktober Arbeiten des Photographen Markus Pritzi. Esad Cicic, der die Galerie bei der Auswahl von Photokünstlern berät, konnte Markus Pritzi als junges Talent für eine Zusammenarbeit gewinnen. Es ist der Auftakt einer Ausstellungsreihe, die sich mit unterschiedlichen Aspekten und Positionen der aktuellen, jungen Photokunst auseinandersetzt.

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Die glamouröse Modewelt, der Tummelplatz der Schönen, der Umschlagplatz heiß begehrter Konsumartikel, das ist das tägliche Aktionsfeld des 1977 in Italien geborenen, in München lebenden Photographen Markus Pritzi.

Mode und insbesondere die Modephotographie als eigenständig anerkannte Kunstgattungen sind längst im musealen Umfeld und auf dem Kunstmarkt angekommen. Designer, Models und  Photographen haben inzwischen Kunst- und Kultstatus. Große Schauen international renommierter Institutionen widmen sich ihrem Leben und Wirken, was von einem interessierten Publikum dankbar aufgenommen wird - Armani, Yves Saint Laurent, Vivienne Westwood, Richard Avedon, Irving Penn, Helmut Newton  - ein Hauch von Glamour für alle! … weiterlesen

Fehler!

Es hat sich ein Fehler eingeschlichen, nicht nur im Blog, sondern auch im Heft (das am 22. herauskommt!). So ein Ärger: Die nbso online casino reviews Favela Pereira da Silva, in der MC Gringo wohnt (erste Geschichte, drittes Heft), heißt im Jargon nicht Silvestre, sondern Pereirão. Entschuldigung!

Haarsträubend, ohrenbetäubend

Für meine Geschichte über den dänischen Klangkünstler Jacob Kierkegaard fühlte ich mich manchmal dem falschen Medium verpflichtet – Töne und Geräusche spielen die Hauptrolle und ein Podcast wäre vielleicht die bessere Wahl gewesen. Doch diese besondere Kunst in Worte zu fassen war dann doch eine erkenntnisreiche Angelegenheit. Mit einem Ton, den die Haarzellen im Ohr des Künstlers erzeugt haben, beginnt die Geschichte. Jacobs Auftrag online casino lautet „die versteckten und vergessenen Klänge“ wieder an die Oberfläche zu bringen. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Kreuzberg, tourt mit seinen Tönen aber um die ganze Welt. Räume verwandelt er in Klangkörper, aus scheinbar stummen Gegenständen zaubern seine feinen Geräte noch das leiseste Geräusch heraus. So lauscht er den Geschichten von Geysiren in Island, verlassenen Orten in Tschernobyl oder den Eisenzäunen am Rhein. Mehr von Jacob hört und seht ihr in HGZ Vol. 3!

 

Other Matters


img_0110.JPG“DMCR Sunday Request Card” steht auf dem nassen Papier, dass der Manager aus dem nassen Umschlag zieht. Es regnet seit zwei Tagen. Ein 100 Kamerun-Franc-Stück fällt aus dem nbso online casino reviews Umschlag, soviel kostet es, sich bei DMCR für den Sonntag ein Lied zu wünschen, dass dann mit persönlicher Grußbotschaft gesendet wird. Ganz unten auf dem Zettel gibt es die Rubrik „Other Matters”. Diese kleinen Weisheiten sind ein gutes Charakteristikum für die Mentalität in Nkambe. Da sie ins Deutsche übersetzt an Charme verlieren würden, hier einige im englischen Original:

„We most shared our love in this world”

“Little is much if god is in it”

“Wisdom knows the lesson of history and can anticipate the future”

“Nobody will go to heaven with any earthly property”

“No one can climb the ladder of success with his hands pocketed”

“A friend in deed is a friend in deed”

Taxi Takes Care

HGZ-Autorin Svenja Kleinschmidt schrieb (Dennis Buchmann postete):

Die Taxifahrer in Kopenhagen wollen alles wissen. Kaum war ich eingestiegen, schon bombadierte mich der fröhliche Mann aus Armenien mit Fragen zum Sinn meiner Reise nach Dänemark. Beim Stichwort Berlin warf Arman sofort jede deutsche Vokabel in die Fahrzelle, die er noch irgendwo in seinem Kopf fand. Journalisten findet er blöd, weil die ja sowieso nie die Wahrheit schreiben. Und Zaki, ja, von dem hat er schon gehört. „Der Rapper, oder? Der singt doch immer über Ausländer in Dänemark, richtig?” Naja. Fast. Jedenfalls war Arman sehr besorgt, dass die Blonde aus Berlin nicht plötzlich auf den falschen Weg gerät: wir fuhren durch eine Straße voller bunter kleiner Läden, ich fand sie schön, sie erinnerte mich an Neukölln. Aber sofort warnte er mich: „Neinnein, da solltest Du abends nicht hin, dort sind nur Nutten und Dealer.” … weiterlesen

Flughafen-Monster

HGZ-Autor Fredy Gareis schrieb (Dennis Buchmann postete):

Heathrow ist ein Monster von Flughafen. Hat gefühlt so viele Terminals wie Frankfurt Stadtteile. Und ist im Zuge der Terroranschläge zur Hochsicherheitszone geworden. In den Schleusen muss man mittlerweile sogar die Schuhe ausziehen, und wenn man dem Personal tief in die Augen schaut, sieht man da auch den Wunsch nach Hose und Hemd. Für Flüge innerhalb Vereinigten des Königreiches muss man sich nun extra fotografieren lassen - wer nicht kooperiert bleibt am Boden. … weiterlesen

Kamerun, Koffer, Kaos

img_0073.JPGWir landeten in Douala, fingen an zu schwitzen, zeigten Gelbfieberimpfung und Visum - und schon waren wir in Kamerun. Das ging schnell.
Aber dann kam die Sache mit den Koffern und dem Zoll. Unsere Maschine war die einzige auf dem Flughafen, doch sie war voll, und nun entleerten sich hunderte von Menschen in eine viel zu kleine Halle. Hier gab es drei Kofferbänder, zwei normale, die die Koffer im Kreis laufen lassen und eins, das sie einfach nur ausspuckte, auf den Boden, wo sich ein Kofferberg auftürmte. Es gab nur einen Flug, doch alle drei Kofferbänder spuckten Koffer aus. Es war eng und es war heiß. Draußen flogen ein paar Reiher vorbei, drinnen herrschte das Chaos. Man konnte nicht alle drei Bänder überblicken, und von einem zu nächsten brauchte man ein paar Minuten durch die nassen Massen. Es war ein Glücksspiel. Schließlich hatten wir alles beisammen, auch Max Graef, der Radioingenieur, von dem die 4. Geschichte in Humanglobaler Zufall Vol. 3 handelt. Er hatte zwei Antennen, Laptops und andere Geräte in Pappröhren und Kartons. Es gab zwei Ausgänge, „Etwas zu verzollen” und „Nichts zu verzollen”. „Nichts zu verzollen” wurde seit langem nicht mehr benutzt. Davor standen alte, verstaubte Schreibtische auf denen Hüllen alter Monitore standen. Es sah aus wie eine Straßensperre von Beamten. Jedenfalls wollten wir keine tausende von Kamerun-Franc online casino Zoll bezahlen für die halbe Radiostation, die Max dabei hatte. Als er vor zwei Jahren das erste Mal hier war, waren immerhin umgerechnet über 1500 Euro fällig. … weiterlesen

Pinguin in Rio

Der Flughafen ist meistens der Ort, den man als erstes in einem fremden Land betritt. In Rio war die Stimmung dort äußerst gelassen. Ich bin kein US-Bürger und musste deswegen nicht mit Schikanen der Behörden rechnen (Brasilien hat, so weit ich weiß, als einziges Land die Chuzpe, auf die Grenzschikanen in den USA mit Grenzschikanen für die USA zu reagieren). Stress war ausdrücklich verboten, signalisierte ein Schild vor der Passkontrolle. Es war die kürzeste meines Lebens: ein gelangweilter Blick der Grenzbeamtin, ein Stempel, und willkommen im südamerikanischen Riesenland!keinstress.JPG

Wir hatten in einem Hotel in der Favela Pereira da Silva reserviert. Silvestre, wie die Favela kurz genannt wird, ist längst nicht so brutal, wie in anderen Favelas von Rio, wo die Gangster mit Maschinengewehren und Granatwerfern zu Werke gehen. Zwar wird auch Silvestre von Gangstern kontrolliert, aber die Drogendealer sind handzahm, nur einige von ihnen haben Pistolen. … weiterlesen

Israel: Kontrollen, Kartoffeln und Kalender

welcome-to-israel-klien.jpgWELCOME TO ISRAEL heißt es in großen silbernen Lettern im Foyer des Flughafens. Der Humanglobale Zufall ist also nun in dem Land, das für (zu) viele Religionen viele heilige Orte aufweist. Doch Glaube schützt vor Kontrolle nicht. Und so geht es schon nach wenigen Sekunden auf israelischem Boden mit dem ersten Verhör los. Ich werde aus der Menge rausgefiltert, mein Pass wird erstmal konfisziert. Ich muss in einer Sitzecke warten, gemeinsam mit zwei anderen Personen, die nicht weniger gefährlich oder gruselig aussehen als ich. Man lässt mich warten. Fünf Minuten gehen ins Land (warum können Minuten eigentlich einfach so ins Land gehen, aber ich nicht?) Zehn Minuten. Fünfzehn Minuten.

Dann werde ich aufgefordert, an das Pult zweier Kontrolleure zu treten. Der eine hält meinen Pass in der Hand, schaut mich an und fragt: „Tobias?“ Ich sage: „Yes.“ Ich denke: Wer sonst, Du Knallkopf. Und dann geht es los: Was will ich hier? Und warum? Und wo genau? Und wen kenne ich? Und hat mir jemand etwas mit gegeben? Und wird mir jemand etwas mitgeben? Und so weiter und so fort. Vielleicht sollten sie einfach ein Buch auslegen, in das man rein schreibt. So wie früher in der Schule diese Meine-Freunde-Dinger. Lieblingspolitiker? Jassir Arafat. Mööp. Falsch. Mitkommen!!! … weiterlesen

Gewaltige Bilder

Carlos war Soldat bei der FARC, der großen Guerilla-Bewegung in Kolumbien. Das hat er Kunsttherapeutin Carmen erzählt, die in der dritten Geschichte von Humanglobaler Zufall Volume 2 die Hauptrolle spielt. Carlos wollte fort von der FARC, doch das wollte die FARC nicht. Er wurde gefoltert, verlor Frau und Kinder. Da er als ehemaliger FARC-Kämpfer in Brasilien, wo Carmen in Sao Paulo arbeitet, keine Chance auf Anerkennung als Flüchtling hatte, dachte er sich eine andere Geschichte aus. Doch Carmen konnte er die Wahrheit erzählen. Jeden Tag wiederholte er sich, sagte immer nur “Ich leide und leide! Alles ist so schlimm!” Und obwohl das stimmte, hielt es Carmen nicht mehr aus und drückte ihm schließlich einfach einen Pinsel in die Hand und sagte: “Male!”

Auf seinen Bildern, die hier zu sehen sind, dominiert die kolumbianische Flagge mit ihren Farben Gelb, Blau und Rot. Er ist hin- und hergerissen in einer Art Hass-Liebe zu seinem Land. In einem Brief an sein Land Kolumbien klagt er an und träumt zugleich. Hier die Übersetzung:

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Kolumbien, mein Vaterland. Wie gerne möchte ich dich immer frei sehen, kerngesund und im Frieden. Möge deine zarte grüne Erde immer gebadet sein von der Frische deiner Flüsse und dem sumpfigen Tiefland aber nicht vom Blut deiner unschuldigen Söhne. Mögen durch deine Täler und Gebirge die Kinder laufen und rufen aber nur vor Glück, aber nicht aus Angst, Furcht und Trostlosigkeit. Mögen Soldaten an Stelle von Gewehren, Granaten und Minen Gitarren, Flöten und Rumbakugeln tragen, um dem Leben zu singen. Mögen sie, anstatt zu trainieren, das Leben anderer menschlicher Wesen zu zerstören, sich darauf vorbereiten zu lehren die Künste und Literatur, Motor der Entwicklung eines Volkes. Mögen die Mütter vor Glück weinen und nicht vor Herzeleid, wenn sie ihre toten online casino Söhne zurückkommen sehen wegen eines ungerechten Krieges, dem es an Idealen und Zielen fehlt, der das Leben von denen nimmt, die wunderbarerweise überleben in einem Leben: einsam, arm, schmutzig, verroht und katastrophal. 7. 12. 2005

 

“Farben der Hoffnung”

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“Freizeitland”

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