Was wird gehen? - Zukunftsforscher CD Jia

CD Jia kam vor anderthalb Jahren nach Schanghai um als Zukunftsforscher für deutsche Firmen zu arbeiten. Heute versucht vorherzusagen, welche Bedeutung Kommunikation, Service oder Umweltschutz 2050 in China haben werden -  in dem Land, das bald zur größten Wirtschaftsmacht der Welt werden könnte. Doch schnell hat CD gemerkt: In Schanghai läuft die Zeit auch nicht schneller als anderswo. Und während der einst so rastlose CD Jia in die Zukunft blickt, ist er in der Gegenwart angekommen. Er kam „mit null Erwartungen“, sagt er. Warum er nicht wieder gehen will? Humanglobaler Zufall Volume zwei, Geschichte sechs!

Blogeinträge zu "shanghai"

Shanghai-Shopping

Einen ganzen Tag sind wir für die Geschichte über den Zukunftsforscher CD Jia durch die Shanghaier Einkaufszentren und Modehäuser gezogen. Vor allem der Fotograf Maurice Weis hatte es dabei schwer, denn an kann die Zukunft nun mal nicht sehen – und deshalb auch nicht fotografieren.

einkaufspassageklein.jpgWir wussten, dass wir der Arbeit von CD damit ein wenig unrecht tun. Denn seine Tätigkeit besteht im Wesentlichen aus Experteninterviews, Studien, Diskussionsrunden. Eigentlich arbeitet er fast wie ein Wissenschaftler. Doch wir konnten ja schlecht beschreiben, wie er den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt und auf den Computermonitor starrt.

mopedklein.jpgZwei Sachen lernte ich dabei: Shanghai mag die „Stadt der Zukunft“ sein. Das hatte der Spiegel vor sechs Jahren schon herausgefunden (Artikel)
und seitdem entdeckt das jede Woche auch ein anderes deutsches Magazin.

Trotzdem sehen Shanghaier Einkaufszentren eigentlich aus wie bei uns: Überall gibt es den gleichen Nippes zu kaufen, nur ist es in Shanghai lauter und überall sind mehr (viel mehr!) Menschen unterwegs. Kondome? … weiterlesen

Nach China? Nicht jeder!

Die sechste Geschichte sollte auf den letzten Drücker - am letzten Wochenende vor Redaktionsschluss - in Shanghai und Hongkong recherchiert werden. Gestern hatte der Protagonist zugesagt, heute musste es passieren, in dem Tempo etwa. Wir hatten sogar eine bekannte Journalistin in China, doch die durfte nicht einfach nach Shanghai oder Hongkong. Denn als offizielle Journalistin hat sie eine offizielle Reiseroute bei den Behörden angemeldet und von der durfte sie nicht abweichen, ohne die Behörden vorher um Erlaubnis zu fragen. Also wollte ich flink nach China, es gibt ja ein Touristen-Express-Visum, das kann man bis 11 Uhr beantragen und dann um 12 abholen. Wenn man denn eine Hotel- und eine Flugbuchung vorweisen kann. Ich buchte also Flug und Hotel und sagte am Schalter der chinesischen Botschaft in Berlin: Express bitte, mein Flug geht in fünf Stunden. “Wir können ihnen frühestens Freitag ein Visum ausstellen, kein Express”, sagte der junge Botschaftsbeamte. Es war Mittwoch. … weiterlesen