MC Gringo, Rio de Janeiro

Alles beginnt mit Bernhard Weber aus dem Schwabenland. Das war einmal, heute nennen ihn alle nur noch MC Gringo, heute wohnt er in einer Favela in Rio de Janeiro und ist ein Star des Baile Funk. Jeder kennt ihn, jeder hört seine Musik, Tausende strömen zu seinen Auftritten. Gringo versucht Anspruch in den Baile zu bringen, indem er nicht nur Analsex und Schießereien singt. Aber reich ist Gringo deshalb noch lange nicht. Die Baile-Funk-Szene in Rio wird von Gangster-Hand bestimmt und da CDs nur gebrannt aber nicht gekauft werden, kämpft Gringo gegen die mafiösen Strukturen der Manager. Weil der Schwabe nicht im Geflecht der Gangs aufgewachsen ist, weil er neutral ist, kann er in allen Favelas der rivalisierenden Gangs auftreten. Seine eigene Favela kontrollieren die Drogenbosse zwar auch, doch in einer entspannten Art und Weise. Statt Maschinengewehren sieht man nur hier und da eine Pistole, es gibt ein Hotel und sogar ein berühmtes Favela-Kunstwerk. Humanglobaler Zufall Volume 3 startet mit Sex, Drugs und Baile Funk.

Blogeinträge zu "Rio"

Fehler!

Es hat sich ein Fehler eingeschlichen, nicht nur im Blog, sondern auch im Heft (das am 22. herauskommt!). So ein Ärger: Die Favela Pereira da Silva, in der MC Gringo wohnt (erste Geschichte, drittes Heft), heißt im Jargon nicht Silvestre, sondern Pereirão. Entschuldigung!

Pinguin in Rio

Der Flughafen ist meistens der Ort, den man als erstes in einem fremden Land betritt. In Rio war die Stimmung dort äußerst gelassen. Ich bin kein US-Bürger und musste deswegen nicht mit Schikanen der Behörden rechnen (Brasilien hat, so weit ich weiß, als einziges Land die Chuzpe, auf die Grenzschikanen in den USA mit Grenzschikanen für die USA zu reagieren). Stress war ausdrücklich verboten, signalisierte ein Schild vor der Passkontrolle. Es war die kürzeste meines Lebens: ein gelangweilter Blick der Grenzbeamtin, ein Stempel, und willkommen im südamerikanischen Riesenland!keinstress.JPG

Wir hatten in einem Hotel in der Favela Pereira da Silva reserviert. Silvestre, wie die Favela kurz genannt wird, ist längst nicht so brutal, wie in anderen Favelas von Rio, wo die Gangster mit Maschinengewehren und Granatwerfern zu Werke gehen. Zwar wird auch Silvestre von Gangstern kontrolliert, aber die Drogendealer sind handzahm, nur einige von ihnen haben Pistolen. … weiterlesen