Leser-Zufälle

Die Welt ist ein Dorf. Haben auch Sie schon einmal ihren Klassenkameraden aus der Grundschule im Urlaub auf Madagaskar getroffen? Oder im Bus in Brasilien plötzlich neben dem Gemüseverkäufer aus ihrem Heimatdorf gesessen? Schicken Sie uns ihren zufall@humanglobalerzufall.de und wir veröffentlichen ihn hier auf der Seite. Die besten Zufälle behalten wir uns jedoch vor: für den Abdruck im Magazin… Karten Online

Blogeinträge zu "Leser-Zufälle"

Zwischen Bruder und Schwester, zwischen Kalifornien und Japan

Ein Leserzufall von Hermann Mensing:

Im Juli 1972 saß ich in Encinitas, Californien am Strand und tat
nichts. Das heißt, ich hatte schon etwas getan, ich hatte einen Katamaran
gesteuert, kein großes Boot, eines, dass einem der Surfer aus dem Dorf
gehörte, und der war, als wir uns dem Ufer näherten, über Bord
gegangen, so dass ich durch die Brandung fahren musste. Das war mir gelungen und
er war sehr dankbar dafür. Er schlug vor, dass wir darauf vielleicht
etwas rauchten und ich sagte, gern. Ich wollte aber auch etwas trinken
und ging zu einem Kiosk. Dort bediente eine junge Frau, mein Alter (ich
war damals 24), wir merkten gleich, dass wir Deutsche sind, wir
sprachen Deutsch miteinander und tauschten die Basisdaten. Ich war unterwegs,
sie war unterwegs. Wohin? Ich wusste es noch nicht. Sie sagte, sie käme
gerade aus Japan, hätte dort ihren Bruder besucht.
Drei Wochen später bot sich mir die Gelegenheit, einen
Vier-Wochen-Return für bezahlbares Geld nach Japan zu buchen. Ich
buchte.

Im Flieger lernte ich einen jungen Amerikaner kennen, online casino dessen Bruder in
Tokio studierte. Dort verbrachte ich die ersten Tage. Dieser Bruder
erzählte mir von einem deutschen Kommilitonen, der gerade Urlaub mache,
sonst aber auch hier wohne. Nach ein paar Tagen Tokio machte ich mich auf den Weg nach Süden. Auf der Insel Kiushu treffe ich in einer Jugendherberge einen jungen Hamburger.
Der erzählt mir von seiner Schwester. Er ist die Schwester, die ich in
Encinitas kennengelernt hatte. Ich erzähle ihm von dem jungen
Amerikaner aus Tokio, bei dem ich gewohnt hatte.

Wir reisten ein paar Tage zusammen, eh unsere Wege sich trennnen.

PS: www.hermann-mensing.de

Missing Link auf der Beerdigung

Ein Zufall de luxe von Malte Faehnders

vor kurzem besuchten uns hier in mindo, ecuador, zwei freunde aus hamburg. obwohl – eigentlich war nur der eine ein freund, den anderen lernten wir erst kennen: er arbeitet fuer die peace brigades international in kolumbien. kurze zeit spaeter kam ein reisender zimmermann nach mindo, den ich einspannte, um die schaukelanlage neu zu bauen. er kam aus berlin, kannte aber auch hamburg altona (wo ich einst mal wohnte), weil er dort die leute von den peace brigades oefter mal besucht hatte. die beiden typen kannten sich noch nicht. dann aber kommt die dritte person dazu. meine grossmutter ist verstorben, ich bin spontan nach deutschland zur beerdigung. im nbso online casino reviews vorfeld der trauerfeier erzaehlt mir mein vater von der tochter einer cousine meiner oma, die seit ewigkeiten bei den peacebrigades engagiert ist, selbst auch anfang der 80er mal in guatemala gewesen ist. nun komme ich mit dieser frau, die ich vielleicht mal als kleinkind getroffen habe, aber danach nicht mehr, ins gespraech, erzaehle ihr von den verwirrend haeufigen zusammentreffen mit leuten von pbi (peace brigades international). und was stellt sich heraus? sie kennt sowohl den hamburger in kolumbien als auch den zimmermann. das ganze stellen wir auf dem nordfriedhof in kiel fest, veregnet und vertrauert.

Lieber Zufall

Dieser Zufall erreichte mich neulich per Mail, danke an Julia Castagnoli!

Hallo!
Euer Magazin klingt superinteressant!
Ich habe meinen jetzigen Freund auch nur durch einen Zufall kennengelernt, er ist Isländer und hat, obwohl er sonst nie Anhalter mitnimmt, zwei Freunde von mir (aus Hamburg online casino und Paris) in Island an der Straße aufgelesen. Im Auto stellte man fest das alle Filmemacher sind und die beiden luden ihn nach München ein, wo wir uns kennenlernten und verliebten. :-)
Ohne dieses zufällig vorbeifahrende Auto würden wir jetzt im August nicht zusammenziehen.
Liebe Grüße
Julia

Lukas: Von Tschechien und Libyen zu Herrn Bächle nach Baden-Baden

Neulich erhielt ich folgende Mail von Lukas Adda über seinen humanglobalen Zufall mit Herrn Bächle, dem Mann aus der sechsten Geschichte von Humanglobaler Zufall Vol. 1:

Ich heiße Lukas und bin gerade von meinem dreiwöchigem Trip aus Argentinien zurück gekommen. Ich hatte vor eineigen Monaten schon von der Idee des Humanglobalen Zufalls gehört, doch siehe da: Mittlerweile hat Humanglobaler Zufall hat das Licht der Welt erblickt. Und wie der Zufall nun mal auch so will hat mich neben den spannenden, unterschiedlichen Geschichten aus den unterschiedlichen Ländern, die Story über Herrn Bächle besonders überrascht. Nach dem ich meine ersten Lebensjahre in Tschechien und Libyen verbracht habe, bin ich lange Zeit in Baden-Baden aufgewachsen (das mit dem Kartons ist mir auch ein Rätsel, genauso auch das Gericht “Silz” ;)). Aber nicht nur casino online das … ich habe, in dem von dir erwähnten Brenner”s Park-Hotel & Spa eine dreijährige Ausbildung zum
Hotelfachmann genossen. Während dieser Zeit habe ich natürlich auch Herrn Bächle kennen gelernt. Er war ein zurückhaltender, jedoch immer sehr netter Kollege. Mein Hotel-und Baden-Badenzeit ist jedoch schon sehr lange her und deshalb mich der Artikel besonders gefreut.

Um endlich zum Schluss zu kommen ;). Ein großes Lob auf die erste Ausgabe eines wirklich ausgefallenen Magazins. Der Mix aus fremden Ländern, Kulturen, Menschen und verbunden mit dem roten Faden des Zufalls ist ein sehr spannendes Konzept!!

Doppelter Humanglobaler Zufall in Costa Rica

Ich kannte Peter eigentlich nicht persönlich, sondern nur von meinem Costa-Rica.eu Portal. Er schrieb mir irgendwann mal eine E-Mail mit Anmerkungen zu einzelnen Artikeln auf meiner Costa Rica Seite. Wir schrieben ein paar mal hin und her, standen in unregelmäßigem Kontakt, bekamen es aber nie hin, uns auch mal zu treffen, obwohl ich öfter in Costa Rica Urlaub mache. Auch wussten wir nicht wie wir beide aussahen. Das lag daran, dass Peter seit mehr als 13 Jahren in Costa Rica lebt und ich in Deutschland. Als wieder einmal eine meiner Reisen nach Costa Rica bevorstand bemerkten wir beide sehr schnell, dass sich seine und meine Wege wohl nicht kreuzen würden. Er arbeitet nebenher als Reiseleiter für verschiedene Reiseanbieter. Weder sollte es zu Beginn meiner Reise klappen, ihn zu treffen noch am Ende oder gar mittendrin. Er war einfach viel zu beschäftigt mit seinen Reisegruppen und ich war ja irgendwo im ganzen Land unterwegs… … weiterlesen

Schwäbisches und Skurriles in den USA

Mit Anfang 20, also vor zwanzig Jahren, entdeckten mein damaliger Freund und ich die USA per Greyhound-Bus. Das berühmte One-Way-Ticket ermöglichte uns einen günstigen Transport von Osten nach Westen der USA in den zwar immer in total unterkühlten und nach Desinfektionsmitteln stinkenden Bussen, aber dafür kostete es nur schlappe 250 Euro. Schon der Flug von Stuttgart nach Amsterdam (von wo aus es in die USA ging), war nachhaltig. Mein Sitznachbar war von unangenehmer Natur bzw. von ausgeprägter Unruhe. Da ich selbst unter Flugangst leide war das die perfekte Kombination. Schließlich machte der junge Mann im Transferbereich in Amsterdam durch wildes Fotografieren und sein kindliches Auftreten noch auf sich aufmerksam. In NY glücklich gelandet waren diese Vorfälle allerdings schnell vergessen und die Freude darüber, meinen Liebsten wieder zu sehen und mit ihm zusammen die Staaten zu entdecken, riesig. Als wir im Bus von Flagstaff nach Grand Canyon unterwegs waren, saß hinter uns ein Pärchen, das sich auf Deutsch unterhielt, genauer gesagt auf schwäbisch. … weiterlesen

Im Herzen von Münster…

Von Tobias Romberg, formerly Schreiter, Münster.

Im Herzen von Münster, am historischen Prinzipalmarkt, feiern die Westfalen gerade Weiberfastnacht und ein Kardiologe behandelt einen jungen Mann, den er zwei Jahre nicht gesehen hat. Der junge Mann ist Journalist, hatte vor fünf Jahren mal eine Herzmuskelentzündung, die vollständig auskuriert ist, und lässt sich regelmäßig untersuchen, auch weil seine fürsorgliche Mutter ihm stets in den Ohren liegt. Schließlich habe er schon genug Raubbau mit seinem Körper getrieben, so die Meinung der Frau Mama aus dem Rheinland.

Der Kardiologe und der Journalist pflegen ein herzliches Verhältnis. Die Pumpe ist gesund, die Laune gut. Man spricht über Münster - dort wohnt der Kardiologe, studierte einst der Journalist. Und über Osnabrück - dort lebte der Kardiologe acht Jahre, wohnt heut der Journalist. „Sie können ihrer Mutter sagen, dass alles in Ordnung ist“, resümiert der Kardiologe, der die Mutter online casino nicht kennt, wohl aber die mütterliche Sorge.

Am nächsten Tag hält ein Intercity in Münster. Nicht allzu ungewöhnlich. In einem Abteil sitzen zwei Schwestern, 61 und 58 Jahre alt. Die jüngere kommt aus dem Rheinland. Kiel ist das Ziel, ruhige Tage an der Ostsee. Der Kardiologe und seine Frau steigen zu. Bei den beiden Schwestern sind noch zwei Plätze frei. „Dürfen wir?“ „Aber bitte.“

Die Deutsche Bahn ist mitunter teuer, oft verspätet und Small-Talk-Areal Nummer Eins. So beginnen auch die Schwestern und der Kardiologe nebst Frau: Wo man denn hinfahre und wo man eigentlich herkomme. „Ach, Sie kommen aus Münster? - Da hat mein Sohn studiert. Gestern war er noch mal dort. Schöne Stadt“, sagt die jüngere Schwester, und: „Jetzt lebt er in Osnabrück.“ „Ach Osnabrück“, sagt der Kardiologe, „das ist ja lustig, da haben wir lange gelebt.“ Später die jüngere Schwester: „Mein Sohn Tobias ist Journalist.“ Der Kardiologe: „Heißt ihr Sohn mit Nachnamen Schreiter, dann war er gestern bei mir.“ Großes Erstaunen: the next Uri Geller? Ein Mentalist aus Münster?“ Es folgt die Erklärung, Gelächter, Heiterkeit.

In Hamburg verabschieden sich Kardiologe und Frau. Die jüngere Schwester greift zum Handy und schreibt eine SMS an den Sohn: „Ich habe gerade Deinen Kardiologen getroffen. Im Zug. Der ist ja super nett.“ Der Journalist ist irritiert.

Malte und der afghanisch-hamburgische Pizzafahrer

Malte Fähnders, der in der ersten Ausgabe von Humanglobaler Zufall über seine Arbeit als Entwicklungshelfer in Ecuador erzählt, war einst in Afghanistan. Wen er dort ganz unverhofft in einem kleinen Dorf traf: Unglaublich!

Ich bin mit den Grünhelmen als Projektleiter 2004 und 2005 im afghanischen Örtchen Qarabagh gewesen. Zunächst habe ich den Bau einer Klinik begonnen und später einen Workshop im Holzhandwerk geleitet. Mit den Jugendlichen aus dem Kurs habe ich unter anderem auch Mobiliar für die Klinik hergestellt. Damals lud uns der Bürgermeisters von Qarabagh, Mohammad Taher, zu einem Gespräch ein.
Es war meine erste Woche in Afghanistan und ich bin dementsprechend beeindruckt von der Runde gewesen. Es waren fast zwanzig Männer da, alle saßen auf Matten an den Wänden verteilt und schauten uns an. Alle Eintretenden waren sehr höflich, laut redete immer nur einer, andere nbso online casino reviews ließen ihn aussprechen, und erst wenn klar
war, dass der Sprechende fertig gesprochen hatte, sprach ein anderer.
Mein Blick ging zögernd in die Runde, alle Männer trugen Turbane und lange Bärte – bis auf einen. Ich lächelte ihn an, er grinste auch prompt zurück - und grüßte auf Deutsch. Das fand ich natürlich spannend. Er  erzählte, er hätte lange in Deutschland gewohnt, und zwar in Hamburg. Als ich wiederum erzählte, dass ich dort immer noch wohne, fragte er, in welcher Strasse, und kannte dann die Holländische Reihe im Stadtteil Ottensen und sogar das Haus neben dem Supermarkt, weil er dort Pizza
ausgefahren hatte! Wir waren uns nicht sicher, ob er auch mir mal eine Pizza geliefert hat, aber einem meiner Nachbarn schon, denn er kannte das Haus in dem meine Wohnung ist.

Später erzählte der Pizzafahrer, er wäre nun als Händler viel unterwegs. In Qarabagh wohnte
seine Familie, die er dort besuchte.