Ziad Abbas, Bethlehem

Im palästinensischen Flüchtlingslager von Dheisheh im Süden von Bethlehem wollen die Menschen nach Hause. Zwar sind sie schon seit 60 Jahren, also seit Generationen hier, doch ihre eigentliche Heimat liegt nun in Israel. Doch statt zu verzweifeln, gehen viele Menschen in Dheisheh zu Ziad Abbas ins Kulturzentrum Ibdaa. Dort kann vor allem die Jugend ihrem Frust freien Lauf lassen, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn im Mediazentrum, dass Max Graef einst geliefert hat, rappen die Jungs und Mädchen und tanzen dazu. So gut, dass sie schon auf Tour waren, in Griechenland, Holland, Irak, Dänemark, Schweden und USA. Karten Online Doch am Ende ist das Flüchtlingslager, das mittlerweile zu einer dichten Packung aus Betonklötzen geworden ist, ihr zu Hause. Humanglobaler Zufall hat sich in der Heimat, die eigentlich keine ist, umgeschaut.

Blogeinträge zu "Bethlehem"

Israel: Kontrollen, Kartoffeln und Kalender

welcome-to-israel-klien.jpgWELCOME TO ISRAEL heißt es in großen silbernen Lettern im Foyer des Flughafens. Der Humanglobale Zufall ist also nun in dem Land, das für (zu) viele Religionen viele heilige Orte aufweist. Doch Glaube schützt vor Kontrolle nicht. Und so geht es schon nach wenigen Sekunden auf israelischem Boden mit dem ersten Verhör los. Ich werde aus der Menge rausgefiltert, mein Pass wird erstmal konfisziert. Ich muss in einer Sitzecke warten, gemeinsam mit zwei anderen Personen, die nicht weniger gefährlich oder gruselig aussehen als ich. Man lässt mich warten. Fünf Minuten gehen ins Land (warum können Minuten eigentlich einfach so ins Land gehen, aber ich nicht?) Zehn Minuten. Fünfzehn Minuten.

Dann werde ich aufgefordert, an das Pult zweier Kontrolleure zu treten. Der eine hält meinen Pass in der Hand, schaut mich an und fragt: „Tobias?“ Ich sage: „Yes.“ Ich denke: Wer sonst, Du Knallkopf. Und dann geht es los: Was will ich hier? Und warum? Und wo genau? Und wen kenne ich? Und hat mir jemand etwas mit gegeben? Und wird mir jemand etwas mitgeben? Und so weiter und so fort. Vielleicht sollten sie einfach ein Buch auslegen, in das man rein schreibt. So wie früher in der Schule diese Meine-Freunde-Dinger. Lieblingspolitiker? Jassir Arafat. Mööp. Falsch. Mitkommen!!! … weiterlesen