Zaki Youssef, Kopenhagen

Eben noch bei Ziad Flüchtlingslager-Studio, jetzt schon auf der Showbühne in Kopenhagen! Zaki Youssef hat arabische Wurzeln und rappt, rappt, rappt. Noch bestellt er die Pizza zwar nicht rappend, aber er hat nicht nur einen Workshop in Ziads Kulturzentrum veranstaltet, sondern komponiert sogar für das Königlich Dänische Staatsballett. Und das obwohl er keine Noten lesen kann. Doch darum geht es ja auch nicht. Wie findet sich ein Halb-Araber in Dänemark zurecht, der weder hier noch da dazu gehört? In Dänemark ist er Araber, in Arabien ist er Däne?! Zaki rappt die Antwort: I just wanna find, find some peace of mind. But with all I left behind, I´m still stuck inside, searching for some light, trying to do right. Die Geschichte ist right und in voller Länge in Humanglobaler Zufall Volume 3 zu lesen.

Blogeinträge zu "Kopenhagen"

Haarsträubend, ohrenbetäubend

Für meine Geschichte über den dänischen Klangkünstler Jacob Kierkegaard fühlte ich mich manchmal dem falschen Medium verpflichtet – Töne und Geräusche spielen die Hauptrolle und ein Podcast wäre vielleicht die bessere Wahl gewesen. Doch diese besondere Kunst in Worte zu fassen war dann doch eine erkenntnisreiche Angelegenheit. Mit einem Ton, den die Haarzellen im Ohr des Künstlers erzeugt haben, beginnt die Geschichte. Jacobs Auftrag lautet „die versteckten und vergessenen Klänge“ wieder an die Oberfläche zu bringen. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Kreuzberg, tourt mit seinen Tönen aber um die ganze Welt. Räume verwandelt er in Klangkörper, aus scheinbar stummen Gegenständen zaubern seine feinen Geräte noch das leiseste Geräusch heraus. So lauscht er den Geschichten von Geysiren in Island, verlassenen Orten in Tschernobyl oder den Eisenzäunen am Rhein. Mehr von Jacob hört und seht ihr in HGZ Vol. 3!

 

Taxi Takes Care

HGZ-Autorin Svenja Kleinschmidt schrieb (Dennis Buchmann postete):

Die Taxifahrer in Kopenhagen wollen alles wissen. Kaum war ich eingestiegen, schon bombadierte mich der fröhliche Mann aus Armenien mit Fragen zum Sinn meiner Reise nach Dänemark. Beim Stichwort Berlin warf Arman sofort jede deutsche Vokabel in die Fahrzelle, die er noch irgendwo in seinem Kopf fand. Journalisten findet er blöd, weil die ja sowieso nie die Wahrheit schreiben. Und Zaki, ja, von dem hat er schon gehört. „Der Rapper, oder? Der singt doch immer über Ausländer in Dänemark, richtig?” Naja. Fast. Jedenfalls war Arman sehr besorgt, dass die Blonde aus Berlin nicht plötzlich auf den falschen Weg gerät: wir fuhren durch eine Straße voller bunter kleiner Läden, ich fand sie schön, sie erinnerte mich an Neukölln. Aber sofort warnte er mich: „Neinnein, da solltest Du abends nicht hin, dort sind nur Nutten und Dealer.” … weiterlesen