9000-Kilometer-Fernbeziehung - Akemi Doto

Eine Fernbeziehung in Zeiten der Globalisierung: Akemi lebt auf Hokkaido, der Wellness-Oase Japans, die ganz anders ist als die Ballungsräume auf den anderen drei Hauptinseln: weniger hektisch, weniger eng, weniger japanisch. Ihr Freund jedoch lebt in Paris und in der ganzen Welt. 9000-Kilometer-Fernbeziehung. Das bedeutet SMS statt Blumen, Chatten und Skypen statt gemeinsames Kochen und Candlelight-Dinner. Ihre Liebe ist grobmaschiger, bietet nicht mehr den ganz normalen, alltäglichen Halt: kein morgendlicher Ich-geh-dann-mal-zur-Arbeit-Kuss, kein gemeinsames Einschlafen, kein Kuscheln. Dafür aber auch seltener Ärger über die vielen kleinen Ärgernisse, die eine Beziehung oft kompliziert machen können. Humanglobaler Zufall Vol. 2 beginnt mit einer Geschichte über die schwierige Liebe in Zeiten der Globalisierung.

Blogeinträge zu "Japan"

Akemi Doto, japanische Leihbadekappen und Spuren nach Detmold

akemi-dotoklein.jpgWir haben sie endlich getroffen: Akemi Doto, die Hauptdarstellerin der ersten Reportage der nächsten Ausgabe von Humanglobaler Zufall. Akemi hat uns in einem kleinen, niedlichen Café empfangen. Sie ist 39 Jahre alt, global unterwegs, lustig, verliebt, hübsch, freundlich und eine Kennerin der Kunstszene Sapporos. Sie führt uns durch die Stadt, auch wenn es zwischendurch immer wieder mal regnet, obwohl es hier jetzt eigentlich gar nicht regnen soll.

Fernab der Recherche passieren erstaunliche Dinge: Unser Hotel lädt zu einem kostenlosen Sauna- und Schwimmbadbesuch ein, schreibt aber das Tragen von kuschelweichen Einheitsbademänteln (geschätzte Größe S) und Einheitsbadelatschen (gefühlte Schuhgröße 36) vor. Hoch gewachsene Kontinentaleuropäer geben in diesem Outfit eine eher komische Figur ab. Davon konnte ich mich im Spiegel überzeugen. Die Krönung sollte allerdings im Schwimmbad folgen: Badekappenpflicht. Kennen Sie das Erlebnis? – Sie steigen beim Bowling in ihre Leihschuhe und merken, dass diese noch feuchtwarm vom Vorgänger sind. Ähnliches kann einem mit Badekappen auch passieren. Zumindest in Sapporo.

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Volume 2: Big in Japan

I am big in Japan unterwegs für Volume 2 von Humanglobaler Zufall. Meine Japan erprobte Tante hatte schon prophezeit, dass ich mit meiner Körpergröße von 191 Zentimeter jeden und alles hier überragen werde. Seit acht Stunden bin ich nun im Lande, bisher musste ich mich tatsächlich bei jedem Gespräch bücken, kleine Kinder sind mir schon ans Bein gesprungen, freuen sich über den blonden Großen aus Deutschland.

Ich bücke mich also im Sinne der Völkerverständigung fleißig weiter und freue mich über die grandiose Gastfreundschaft, die sich bereits in ersten Geschenken niederschlägt: Ein freundlicher älterer Herr mit einem karierten Hut, den durchaus auch ältere Menschen in Deutschland zu tragen pflegen, schenkt mit während einer Bahnfahrt in die Innenstadt von Sapporo beängstigend weiche Bananenbiskuits aus Tokyo. Nicht lecker, aber rührend. Schlucken, lachen, bedanken - so macht man das.

Hier schnell noch ein paar Zeilen zur Anreise … weiterlesen