Julian, Sofia

Biologisch gesehen ist der „Bastard“ das Ergebnis der Kreuzung zweier unterschiedlicher Rassen. Kommen sich Pferd und Esel näher, entsteht daraus das unfruchtbare Maultier. Früher abwertend für uneheliche Kinder verwendet, wird es heute ganz allgemein als Schimpfwort gebraucht, oft für üble Zeitgenossen. Und davon kennt Julian Angelov so einige. Wie sind sie denn so, die Bulgaren? „Ignorante Bastarde“. Und im Straßenverkehr? „Verdammte Bastarde“. Am schlimmsten aber, und damit zurück zu den unfruchtbaren Kreuzungen, sind die bulgarischen Politiker und die Mafia. Für diese Gruppe setzt Julian so ziemlich jedes Adjektiv vor sein „Bastard“, das ihm einfällt. Willkommen in Sofia, der Hauptstadt Bulgariens.
Julian reist oft als Fotograf und Reporter um die Welt. Ausgehungert traf er damals in Gangtok Uttam Lepcha. Doch er liebt sein Sofia, seine bulgarische Heimat. Und er schimpft wie ein Rohrspatz, denn er muss mit ansehen, wie Politik und Mafia seine Heimat korrumpieren. Julian gibt die Hoffnung nicht auf, die Hoffnung auf die Rettung durch die Europäische Union. Und so verbindet der rote Faden schließlich die Stromversorgung Vietnams mit der Mafia in Bulgarien. Das ist der vierte rote humanglobale Faden… Karten Online Ab dem 1. Dezember am Kiosk. Wie immer mit Fotos deluxe.

Blogeinträge zu "Sofia"

Europas Sorgenkind

11 Milliarden Euro. Angesichts der Finanzkrise ja nur noch ein Sümmchen. Aber für Bulgarien, neuestes EU-Mitglied seit Januar 2007, eine enorme Chance, um Bildung, Infrastruktur und Wirtschaft wieder nach vorne zu bringen. Denn soviel will die EU bis 2013 in den Neuling stecken. Doch vorerst haben die Kommissare den Finanzhahn zugedreht: Solange, bis die sozialistische Regierung endlich nachweisliche Schritte gegen Mafia und Korruption unternimmt. EU-Gelder in Millionenhöhe verschwanden bereits im Dunkel krimineller Netzwerke.

“Weil sie so dumm sind”, sagt Julian Angelov über die Mafiosi, “kann man sie schon an ihren simplen Autokennzeichen erkennen”. Sie bevorzugen Mercedes, BMW und Audi . Ein Foto davon will er dann lieber doch nicht schießen. Dumm oder nicht, die bulgarische Mafia fackelt online casino nicht lange, wenn ihnen jemand in die Quere kommt. Rund 200 Auftragsmorde wurden seit 1992 gezählt, die Aufklärungsquote liegt nahe Null.

Kaum einer kennt das Land so gut wie Julian. Als Historiker weiß er zu jedem Stein in der Hauptstadt Sofia eine Geschichte zu erzählen. Als Journalist hat er sich intensiv mit Kultur, Natur und Tradition seiner Heimat beschäftigt. Deshalb leidet er besonders. Weil er weiß, was Bulgarien leisten könnte, wenn nur der Würgegriff der Mafia nicht wäre. Von seinem Kampf mit der Mafia, sich selbst und über die letzte Hoffnung EU handelt Julians Geschichte in Vol. 4.