Daniel Kruse

Blogeinträge von Daniel Kruse

Europas Sorgenkind

11 Milliarden Euro. Angesichts der Finanzkrise ja nur noch ein Sümmchen. Aber für Bulgarien, neuestes EU-Mitglied seit Januar 2007, eine enorme Chance, um Bildung, Infrastruktur und Wirtschaft wieder nach vorne zu bringen. Denn soviel will die EU bis 2013 in den Neuling stecken. Doch vorerst haben die Kommissare den Finanzhahn zugedreht: Solange, bis die sozialistische Regierung endlich nachweisliche Schritte gegen Mafia und Korruption unternimmt. EU-Gelder in Millionenhöhe verschwanden bereits im Dunkel krimineller Netzwerke.

“Weil sie so dumm sind”, sagt Julian Angelov über die Mafiosi, “kann man sie schon an ihren simplen Autokennzeichen erkennen”. Sie bevorzugen Mercedes, BMW und Audi . Ein Foto davon will er dann lieber doch nicht schießen. Dumm oder nicht, die bulgarische Mafia fackelt online casino nicht lange, wenn ihnen jemand in die Quere kommt. Rund 200 Auftragsmorde wurden seit 1992 gezählt, die Aufklärungsquote liegt nahe Null.

Kaum einer kennt das Land so gut wie Julian. Als Historiker weiß er zu jedem Stein in der Hauptstadt Sofia eine Geschichte zu erzählen. Als Journalist hat er sich intensiv mit Kultur, Natur und Tradition seiner Heimat beschäftigt. Deshalb leidet er besonders. Weil er weiß, was Bulgarien leisten könnte, wenn nur der Würgegriff der Mafia nicht wäre. Von seinem Kampf mit der Mafia, sich selbst und über die letzte Hoffnung EU handelt Julians Geschichte in Vol. 4.

Haarsträubend, ohrenbetäubend

Für meine Geschichte über den dänischen Klangkünstler Jacob Kierkegaard fühlte ich mich manchmal dem falschen Medium verpflichtet – Töne und Geräusche spielen die Hauptrolle und ein Podcast wäre vielleicht die bessere Wahl gewesen. Doch diese besondere Kunst in Worte zu fassen war dann doch eine erkenntnisreiche Angelegenheit. Mit einem Ton, den die Haarzellen im Ohr des Künstlers erzeugt haben, beginnt die Geschichte. Jacobs Auftrag online casino lautet „die versteckten und vergessenen Klänge“ wieder an die Oberfläche zu bringen. Mit seiner Frau lebt er in Berlin-Kreuzberg, tourt mit seinen Tönen aber um die ganze Welt. Räume verwandelt er in Klangkörper, aus scheinbar stummen Gegenständen zaubern seine feinen Geräte noch das leiseste Geräusch heraus. So lauscht er den Geschichten von Geysiren in Island, verlassenen Orten in Tschernobyl oder den Eisenzäunen am Rhein. Mehr von Jacob hört und seht ihr in HGZ Vol. 3!

 

Fliegen, Fußball, Feierabend

Da ich für den HGZ „nur“ ins schweizerische Bern reisen musste, hatte ich mir zumindest eine Jetset-ähnliche Route zurecht gelegt: Am Montag ging es mit dem Nachtzug zunächst von Berlin nach Aachen. Falls noch jemand dachte, dass hätte irgendwas Romantisches an sich – nein, nicht im Sechserabteil auf holzharten Liegen. Dann Köln, um von dort nach München zu fliegen und weiter mit der Propellermaschine nach Bern. Zurück ging es wieder über München (hübscher Flughafen!), wo ich noch immer versuchte den Kontakt für meine Nachfolgegeschichte zu erreichen. Stattdessen verschluckte der Telekomkasten meine Euros. Ein entsprechend frustriertes Foto von mir demnächst auf flickr. Aus Hamburg/Reeperbahn (!) nun noch ein paar Hard Facts über Bern, natürlich fußballlastig:

  • viertgrößte Stadt der Schweiz mit 128.000 Einwohnern, dafür Bundeshauptstadt

  • die schnuckelige Altstadt zählt zum best online casino Weltkulturerbe

  • man rühmt sich die „kürzeste Standseilbahn Europas“ zu betreiben

  • Bern beherbergt die „Todesgruppe“ der EM: Italien, Frankreich und die Niederlande spielen hier um den Gruppensieg und außerdem noch mit Rumänien

  • Parken heißt hier „Parkieren“, Arbeiten sinngemäß „Chrampfe“ und der Faustschlag wird zur „Fadegrade“

  • 1954 hat Helmut Rahn „aus dem Hintergrund“ geschossen und Deutschland zum ersten Mal zum Weltmeister gemacht. Netterweise haben die Einheimischen den Slogan „Bern wirkt Wunder“ beibehalten

  • Laut lokalen Nachrichten fürchten sich die Berner derzeit am meisten vor 50.000 niederländischen Fans, nur 30.000 „Oranjes“ waren zunächst erwartet worden

  • Am 9. Juni um 18 Uhr startet Bern mit der Partie Rumänien vs. Frankreich in die EM 2008 - einschalten!